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Krankheitsbilder

Die LVR-Klinik Viersen behandelt die verschiedensten psychotischen Krankheiten. Im Maßregelvoll liegt der Schwerpunkt auf affektiven Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, schizophrenen Psychosen und Intelligenzminderung.

Persönlichkeitsstörungen

Unter Persönlichkeitsstörungen versteht man Ausprägungsgrade oder Konstellationen von abgrenzbaren, rigiden Persönlichkeitszügen, die unangepaßte Verhaltensmuster in unterschiedlichen sozialen Situationen bedingen und direkt oder indirekt Leid und Probleme für den Betroffenen und/oder seine Umgebung erzeugen. Gestört können insbesondere die folgenden Anteile der Persönlichkeitsstruktur sein:

  • Selbstwahrnehmung
  • Wahrnehmung von anderen
  • Selbststeuerung und Impulskontrolle
  • Abwehr
  • Beziehungsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit

Persönlichkeitsstörungen entwickeln sich nach einer frühen Störung der Entwicklung durch Traumatisierung, Verwahrlosung und fehlende positive Beziehungserfahrungen und/oder sind Ausdruck von biologisch bedingten Störungen der Emotionsregulation.

Schizophrene Psychosen

Patientinnen und Patienten mit einer schizophrenen Psychose leiden durch ihre Erkrankung je nach Verlauf in unterschiedlichem Maße an Beeinträchtigungen sowohl der kognitiven Funktionen als auch des Fühlens und der Willensbildung.

Häufige Symptome sind Halluzinationen (z. B akustische Halluzinationen in Form von "Stimmenhören") und Wahnvorstellungen. Die Fähigkeit zur Realitätsprüfung oder zur Unterscheidung zwischen Selbst- und Nichtselbst und der Regulation von Gefühlen ist in den akuten Phasen der Erkrankung beeinträchtigt oder auch völlig aufgehoben.

Unter dem Einfluss von Beziehungs- und Beeinträchtigungsideen kann es dann zu Straftaten kommen, wobei es sich bei den von diesen Patientinnen und Patienten begangenen Delikten häufig um Beziehungstaten im familiären Umfeld handelt.

Zusätzlich liegt bei diesen Patientinnen und Patienten oftmals eine komorbide Abhängigkeits- oder Missbrauchsproblematik von psychotropen Substanzen vor.

Intelligenzminderung

Patientinnen und Patienten mit einer intellektuellen Minderbegabung sind nicht allein durch ihre kognitive Beeinträchtigung bei der Wahrnehmung und der adäquaten Bewältigung von Situationen behindert. Viele haben auch durch Aufenthalte in Heimen und Krankenhäusern für die Entwicklung wichtige emotionale Prozesse und Beziehungserfahrungen nicht erleben können. Sie sind unsicher, haben Probleme, Beziehungen aufzubauen und Gefühle wahrzunehmen. Aggressive oder sexuelle Verhaltensauffälligkeiten führen schließlich zu einer Unterbringung im Maßregelvollzug.