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Jugendforensik

Die Station 18b der Abteilung Forensische Psychiatrie II stellt für die nach § 63 StGB untergebrachten jugendlichen und heranwachsenden Patienten 12 Behandlungsplätze zur Verfügung. Bei Erreichung des 21. Lebensjahres sollte die Fortführung der Behandlung nur in begründeten Ausnahmefällen bis zum Alter von 24 Jahren erfolgen.

Kunstwerk Feuer mit schwarzen Rauch. Innerhalb des Feuers von unten nach oben EX Freundin - Familie - Freunde. Von links nach rechts Vergangenheit - neu Begin - Zuku.
Arbeit eines jugendlichen Patienten im Rahmen der Kunsttherapie

Die multiprofessionelle Behandlung fokussiert neben den individuellen Störungs- und Delinquenzprofilen der Patienten insbesondere die mit dem Lebensalter verbundenen Entwicklungsaufgaben: die Aufnahme angemessener Kontakte zu Gleichaltrigen, die Integration erwachsener Sexualität in Persönlichkeit und sexuelle Beziehungen, die weitere Ausgestaltung der Ich-Funktionen, die Erhöhung der sozialen Handlungskompetenz, verstanden als Fähigkeiten, berechtigte Bedürfnisse und Interessen in sozial angemessener Form durchzusetzen, und nicht zuletzt die Entwicklung einer Lebensperspektive. Zielsetzung des Behandlungsprozesses ist es, die Jugendlichen und Heranwachsenden dabei zu unterstützen, sich zu erwachsenen und autonomen Persönlichkeiten zu entwickeln, die ihr Leben ohne strafbare Handlungen gestalten können.

Neben störungsspezifischen und deliktorientierten Psychotherapien erfordert diese Unterstützung pflegerische, pädagogische, kreativtherapeutische und erlebnispädagogische Ansätze einerseits und eine Vernetzung mit Schule, Ausbildung, Freizeit (Sport) und sozialen Institutionen andererseits. Hierbei tritt das Spannungsverhältnis zwischen der Entwicklungsförderung und den Sicherungsaspekten besonders deutlich hervor.

Unter Aspekten der Qualitätssicherung kommt der kontinuierlichen Evaluation des pflegerischen und therapeutischen Handelns eine besondere Bedeutung zu.