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Landschaftsverband Rheinland und Klinikverbund

Schwerpunkt: Borderline-Persönlichkeitsstörung

Save the Date Plakat zur Fokustagung 2018
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Die Borderline-Persönlichkeitsstörungen sind häufige und meist schwere seelische Erkrankungen, die die Betroffenen und ihr soziales Umfeld in besonderer Weise in Mitleidenschaft ziehen. Sie bilden daher den Themenschwerpunkt der LVR-Fokustagung 2018. Zehn Dozenten widmen sich unter dem Titel „UPDATE Borderline-Persönlichkeitsstörung“ den aktuellen Entwicklungen in Diagnostik, Behandlung und psychosozialer Versorgung von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Schauen Sie hier schon in das Programm der LVR-Fokustagung und sichern Sie sich noch bis zum 15. Oktober den Frühbuchertarif.

Wir laden Sie herzlich ein, bei der LVR-Fokustagung 2018 am 29. Januar in Köln dabei zu sein. Anmelden können Sie sich unter www.fokustagung2018.lvr.de.

Lesung Vortrag Diskussion

6. Dezember 2017, 20 Uhr
Alte Feuerwache Köln, Melchiorstr. 3

EINE KLEINE STADT BEI AUSCHWITZ

So lautet der Titel des Buchs der englischen Historikerin Mary Fulbrook, aus dem sie lesen wird.

Es befasst sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des Udo Klausa, der von 1954 bis 1975 (der erste) Direktor des Landschaftsverbands Rheinland war und als solcher die schweren Missstände in den Erziehungsheimen und Psychiatrischen Anstalten zu verantworten hatte.

Frau Fulbrook ist ein außergewöhnlich tiefer Einblick in die Persönlichkeitsstruktur eines deutschen Bildungsbürgers gelungen, der dem Dritten Reich in der Verwaltung als Landrat gedient hat, an den Nazi-Verbrechen und dem Holocaust beteiligt war und im Nachkriegsdeutschland davon unbeschadet und unbeirrt als Führungskraft im Rheinland seine Karriere fortsetzen konnte.

Der Historikerin ist deshalb ein so einzigartiger Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Nazivergangenheit gelungen, weil ihr bei diesem Forschungsobjekt nicht nur die wissenschaftlichen Mittel des universitären Elfenbeinturms zur Verfügung standen, sondern auch Erkenntnisse, die aus der persönlichen Beziehung zur Familie Klausa herrühren. Klausas Ehefrau war zeitlebens eine enge Freundin von Fulbrooks Mutter.

Die Geschichte des Udo Klausa ist deshalb hochaktuell, weil man an ihr nachvollziehen kann, wie ein humanistisch gebildeter Akademiker in seiner Karriere nach und nach zivilisatorischen Boden verlässt und als Zuarbeiter der rassistischen Barbarei endet. Am Prototyp Klausa hat Mary Fulbrook auch gezeigt, wie die Anfänge aussehen, deren wir uns heute wieder – oder immer noch – erwehren müssen.

In dem Zusammenhang wird Frau Fulbrook auch über ihr neuestes Buch sprechen. Es befasst sich mit den langfristigen Folgen der Beteiligung an Naziverbrechen. Die Nachkriegsjustiz hat die Schuldigen nur sehr unzureichend vor Gericht zur Verantwortung gezogen und private Erzählungen haben die Vergangenheit umgedeutet. Viele Familien – nicht nur die Kinder der Überlebenden, auch die der Täter – müssen die emotionellen Folgen tragen.

(Das Buch erscheint 2018 bei OUP unter dem Titel Reckonings: Legacies of Nazi Persecution)